Kugelmensch

Am Anfang ist der Kugelmensch.
In vollkommen erscheinender Symbiose, gar schlafend, ruht er im Sein, bis eine Gottheit in ihre Welt tritt.
Einsam und seiner Funktion zu herrschen beraubt, betritt er die Welt und erblickt den Kugelmenschen.
Der Gott hat sein Ziel vor Augen: Er muss über den Kugelmenschen herrschen.
Doch seine Versuche zu wirken schlagen fehl, der Kugelmensch lässt sich nicht beherrschen.
Zu tief ist seine Einigkeit.
Der Gott unternimmt einen weiteren Versuch.
Mit einer List schenkt er jeder Hälfte des Kugelmenschen eine „einfache Wahrheit“.
Er gibt jeder Kugelmenschhälfte die Möglichkeit, sich von seinem Gegenüber zu emanzipieren.
Der Kugelmensch reagiert und die „süße Frucht“ dieser einfachen Wahrheit übermannt ihn.
Jetzt schaut der Gott nur noch zu.
Der Kugelmensch verfällt in Wahnsinn, bei dem Versuch seine „Wahrheit“ greifen zu wollen und zerreißt sich schlussendlich
selbst entzwei.

Harry Besel – Kugelmensch | 7:09
Hochschule: Kunsthochschule Kassel